Der „selbstgebastelte Lübecker Impfstoff zur Pulverisierung der Pandemie“ – ein Netzfund

Derzeit kursiert im Internet ein Video, das auch in den sozialen Netzwerken intensiv diskutiert wird und anhand dessen man sehr schön die Bedeutung eines Zulassungsverfahrens erklären kann – vor allem auch, was man in der Begutachtung in der Zulassung eigentlich macht.

Es geht um eine Reportage bei SPIEGEL TV, hier anzusehen.

Kurz umrissen der Inhalt: Winfried Stöcker, ein deutscher Mediziner, welcher offensichtlich auch Expertise im Bereich der Immunologie und der immunologischen/serologischen Diagnostik hat und auch Inhaber einer einschlägigen Firma war, hat einen COVID – Impfstoff in seinem Labor hergestellt. Der Impfstoff ist proteinbasiert (also somit ein sogenannter Subunit – Impfstoff). Er hat einige Personen (sich selbst, seine Familie und Mitarbeiter) damit geimpft und gemäß seiner Aussage haben diese Personen auch SARS CoV-2 – spezifische Antikörper (gegen das Spike – Protein) gebildet. Das PEI, an das er sich damit gewandt hatte, hat ihn von Seiten seines Innovationsbüros kontaktiert (Inhalte aus diesem Gespräch sind öffentlich nicht bekannt), letztlich endete aber die ganze Sache mit einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft aufgrund unerlaubter Verabreichung eines nicht zugelassenen Impfstoffes.

In den Weiten des www wird Herr Stöcker – interessanterweise vorwiegend von ansonsten eher impfkritisch und impfgegnerisch eingestellten Personen – gefeiert aufgrund seiner Großherzigkeit – hat er doch laut eigener Aussagen die „Rezeptur auf seine Website gestellt, ohne Geld zu verlangen“. Die Technologie sei am besten geeignet, mehr oder weniger die Pandemie zu beenden.

Die „Rezeptur“ ist hier nachzulesen, die von mir diskutierten Inhalte stammen von der Website des Herrn Stöcker mit Stand 06.03.2021.

Herstellung seines Impfstoffes

Proteinbasierte Subunit – Impfstoffe sind grundsätzlich nichts neues – auch auf seiner Website ist erwähnt, dass es diese Technologie schon lange gibt bei Impfungen gegen Hepatitis. Übrigens gab es auch schon derartige Influenzaimpfstoffe, die HPV – Impfstoffe werden ebenfalls so hergestellt.

Was hier nicht erwähnt wird: auch bei den COVID – Impfstoffen sind proteinbasierte Impfstoffe mit an Bord, sogar mehrere. Einer davon, der von NovaVax, ist bereits bei der EMA eingereicht und schon im rolling review. Es ist also falsch, dass sonst niemand auf diese gar nicht so bahnbrechende Idee gekommen wäre, ganz im Gegenteil.

Welche Informationen zur Herstellung fehlen aber völlig in seinen Angaben bzw. was alles daran ist problematisch? Ich bemühe mich hier, nur auf die groben, ganz „großen“ Dinge einzugehen, denn im Detail ist es so viel, dass es den Rahmen des Blogs sprengen würde.

Die verwendete Zellinie und sein Expressionssystem

Proteinbasierte, rekombinant (also gentechnisch) hergestellte Antigene produziert man üblicherweise in einem Expressionssystem auf einer Zellinie. Die Kontrolle solcher Zellen und auch der betreffenden Expressionssysteme (meist handelt es sich hier um ein Virus) plus der bei diesem Vorgang verwendeten Materialien, die meist zum Teil aus Tieren gewonnen werden, stellen einen sehr kritischen und heiklen Punkt in der Impfstoffherstellung dar, da all dies mit Fremdviren oder Mykoplasmen kontaminiert sein kann bzw. es sehr wichtig ist, dass all dies gut charakterisiert und genetisch stabil ist. Dieses sogenannte „extraneous agents testing“ ist extrem strikt reguliert und wird hier nichtmal erwähnt – man weiß gar nicht WELCHE Zellen welcher Spezies überhaupt verwendet werden. Zum Thema Zellen in der Impfstoffherstellung und Saatgutsyteme findet man einige Erklärungen in diesem Blogartikel.

Ganz wichtig ist hier zum Beispiel der Nachweis, dass keine Retroviren enthalten sind, da diese ins menschliche Genom integrieren und Tumorbildung auslösen können. Retrovirushältige Zellinien sind daher für die Impfstoffherstellung verboten.

Alhydrogel

Herr Stöcker sagt, dass der Impfstoff mit Alhydrogel adjuvantiert ist – also Aluminium als Wirkverstärker hinzugefügt wurde. Die einzige Information, die vorliegt, ist der Name der Zulieferfirma, die das Aluminiumhydroxid herstellt.

Diese Information ist in dieser Form völlig ungenügend, denn in der Zulassung wird zudem sehr genau bewertet

  • welche Eingangskontrolle macht der Hersteller selber?
  • wie erfolgt der Adsorptionsschritt des Antigens an das Aluminium?
  • wie wurde dieser Prozessschritt validiert?
  • welche Spezifikationen werden für das Endprodukt festgelegt?
  • entspricht die Menge dem im Europäischen Arzneibuch vorgegebenen Grenzwert?
  • wie verhält sich das Aluminium im Rahmen der Lagerung? (muss in einer Echtzeit – Stabilitätsstudie an mehreren Chargen erhoben werden)

Potency (Wirkwert)

DAS Kernstück jedes Impfstoffes ist der Potency – Test, also die Bestimmung des sogenannten Wirkwertes. Hierfür gibt es keine „allgemeine Vorschrift“, Potency – Tests unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Meist handelt es sich um eine Kombination mehrerer in vitro – Methoden und die Aussage, die man von diesem Test erwartet, ist: bei jeder Charge muss klar definiert werden können, ob sie wirksam oder eben auch gerade nicht mehr wirksam ist. Diese Unterscheidung ist essentiell und es muss hier auch eine klare Korrelation zu den klinischen Daten gegeben sein. Von einem Potency – Test ist im gegenständlichen Bericht und auch auf der Website des Herrn Stöcker keine Rede.

Der Herstellungsprozess

Bei biologischen Arzneimitteln wie Impfstoffen ist die Herstellung weit weniger leicht zu standardisieren als bei der chemischen Wirkstoffsynthese bei klassischen Pharmazeutika. Daher ist es zwingend erforderlich, eine ganz exakte Beschreibung des Prozesses vorzulegen, an allen kritischen Schritten In Prozess – Kontrollen durchzuführen und den kompletten Prozess zu validieren.

Arzneimittel kann man zudem nicht „irgendwo“ produzieren, sondern dies muss unter GMP – Bedingungen und somit akribischer Qualitätskontrolle erfolgen. Solche Anlagen müssen auch behördlich inspiziert und genehmigt werden.

Sonstiges:

Was wir noch alles NICHT wissen und was nicht verraten wird:

  • aus welchem Material sind seine Container, gibt es Daten darüber, dass sich Containermaterial und Impfstoff „vertragen“, dass sich zum Beispiel nichts herauslöst, das dann zusammen mit dem Impfstoff in den menschlichen Körper gelangt?
  • wie lagert man den Impfstoff korrekt? Man braucht Stabilitätsdaten um die Laufzeit zu bestimmen
  • wie konsistent ist die Herstellung? Abgesehen davon, dass in diesem Stadium, in dem sich dieses Produkt befindet, wohl noch keine Chargengröße definiert sein kann, so muss doch nachgewiesen werden, dass jeder Produktionsdurchgang Impfstoff von exakt gleicher Qualität und vor allem gleicher Antigenmenge hervorbringen kann
  • welche Methoden werden im Rahmen der Herstellung verwendet, sind es Arzneibuchmethoden oder andere, wie wurden sie validiert, wurden sie überhaupt validiert?
  • Werden Referenzstandards verwendet, wie wurden selbige qualifiziert?

Dies hier stellt nur einen Teil der Aspekte dar, die alle alleine nur zur Herstellung eines Impfstoffes in einem Zulassungsverfahren bewertet werden müssen – unfassbar, dass eine „Rezeptur“ auf der Website dieses Herrn steht, die absolut nichts an wesentlicher Information hergibt.

Sicherheit und Wirksamkeit

Das ist jetzt der aus Zulassungssicht wirklich massiv verantwortungslose Teil der Geschichte: offenbar wurde dieses Produkt einfach einer Reihe von Personen verabreicht, ohne Genehmigung, ohne Studienprotokoll, ohne entsprechende Sicherheitsschritte schon in der Herstellung, ohne vorherige präklinische Absicherung (zumindest gibt es über all dies keinerlei Informationen).

Um diesen äußerst komplexen und großen Teil im laientauglichen Bereich zu halten und auch um es nicht ausufern zu lassen nur ein kurzer Umriss, ganz grob, was man hier normalerweise vorlegen muss:

Bevor ein Impfstoff überhaupt erstmals einem Menschen verabreicht werden darf, muss man am Tiermodell umfangreiche toxikologische Studien und Immunogenitätsstudien machen – Derartiges wird hier nirgends erwähnt.

Anwendung am Menschen erfordert die Bewilligung einer klinischen Studie sowie die Begutachtung des klinischen Prüfpräparates von Seiten der Behörde und auch die Genehmigung der Ethikkommission. Die Studie muss einen klar definierten Endpunkt haben und auch strikt dem System der Phase I, II und III folgen. Klinische Studien müssen nach GCP – Kriterien erfolgen und erfordern einen immensen Aufwand zum Schutz der Probanden UND für den Gewinn belastbarer Daten.

Man führt ausgiebige Sicherheitsprotokolle inkl. Kontrolle von Blutwerten, regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen und Erfassung ALLER relevanten und auch nicht relevanten gesundheitlichen Ereignisse im Beobachtungszeitraum. Die klinische Auswertung beschränkt sich bei Weitem nicht auf die reine Antikörperbildung. Wie sieht es z.B. mit der zellulären Immunität aus? Das wird gar nicht erwähnt.

Detail am Rande: eigene Mitarbeiter als Probanden heranzuziehen ist im Allgemeinen aus Befangenheitsgründen gar nicht erlaubt, da sich diese in einem Abhängigkeitsverhältnis befinden.

Das ganze Arzneimittelwesen und auch die Arzneimittelzulassung stehen auf einer klaren und für jeden Menschen ganz leicht nachlesbaren gesetzlichen Grundlage, es ist völlig unverständlich, wie sich hier jemand, der das Gesetz und auch die Arzneimittelsicherheit derart mit Füßen tritt, auch noch als Opfer darstellen kann.

Leider muss man auch den betreffenden Journalisten, die diesen Bericht zu verantworten haben, schlechte Recherche vorwerfen – was hier zu sehen ist und vor allem wie dieses Thema aufbereitet wurde ist alles andere als objektiv und fachlich korrekt und trägt extrem zu Verwirrung und Verbreitung falscher Informationen bei.

Üblicherweise werden wissenschaftliche Erkenntnisse und fachliche Innovationen in einschlägigen Fachjournalen publiziert. Wenn man auf PubMed (der größten weltweiten einschlägigen Datenbank) sucht, findet man jedoch dieses Produkt nirgends. Interessanterweise deuten Herrn Stöckers Kommentare, die er über die anderen Impfstoffe verlauten lässt, darauf hin, dass sein Wissen darüber kein besonders großes ist – in seine Ausführungen über mRNA – Impfstoffe haben sich gleich mehrere Fehler eingeschlichen.

Ganz besonders erschreckend ist jedoch für mich, wie viele Herrn Stöcker völlig unreflektiert bejubeln. Seit Jahren ist das Credo der Impfskeptiker und -gegner: alles sei unsicher, im Prinzip wisse man gar nicht, welche Schäden Impfstoffe in Wirklichkeit auslösen würden und bei den derzeit in aller Munde befindlichen COVID – Impfstoffen brach die Kritik wie eine Lawine über die medizinische Welt herein. Trotz eines ordentlichen Zulassungsverfahrens, trotz korrekter klinischer Studien an Zehntausenden von Probanden und mittlerweile reichlich Daten dank bereits millionenfacher Verimpfung lautet der Aufschrei: „Das ist alles zu wenig getestet und zu unsicher!“

Und parallel wird hier die gesetzwidrige Verabreichung eines völlig ungeprüften, potenziell verunreinigten Produktes bejubelt.

Nicht umsonst ist ein Zulassungsverfahren ein komplizierter Akt, der nicht von heute auf morgen zu bewältigen ist. Ein Einreichdossier umfasst oft mehrere tausend Seiten, ganze Gutachterteams, die sich aus Herstellungsexperten, Präklinikern, Klinikern, Statistikern und Experten für Pharmakovigilanz zusammensetzen, prüfen die Inhalte wochenlang, monatelang, innerhalb der Verfahren bewerten sich die Behörden auch gegenseitig hinsichtlich der Qualität ihrer Begutachtungsarbeit. Die Grundlagen der Bewertung sind wahre Berge von fachlichen und regulatorischen Guidelines und Arzneibuchmonographien sowie einschlägige wissenschaftliche Fachliteratur.

Herr Stöcker hätte natürlich genauso wie jeder andere die Chance gehabt, mit seinem Produkt den Weg der Zulassung zu gehen. Niemand hat ihn, wie im Bericht erwähnt, „ausgebremst“.

Er hätte sich lediglich einen Partner suchen müssen, der Erfahrung im Zulassungsbereich und entsprechende Produktionskapazitäten hat und hätte damit den gleichen Pfad beschreiten können wie alle anderen.

Wer aber das Pferd von hinten aufzäumt, wird zu Recht in die Schranken gewiesen, vor allem bei einem derart groben Gesetzesverstoß, der Menschenleben gefährden kann.

27 Kommentare zu „Der „selbstgebastelte Lübecker Impfstoff zur Pulverisierung der Pandemie“ – ein Netzfund

  1. Ja, die rührende Geschichte vom grossherzigen und uneigenützigen Herrn Stöcker ist Wasser auf den Mühlen der ganzen Querdenker-Szene. Endlich mal jemand, der kein böser Kapitalist a la Bill Gates ist und nur das Gute will. Von dem würden wir aber eine Impfung nehmen und da gucken wir auch nicht mehr so genau hin. Leider hat der „Schlagzeilen Journalismus“ gerade Hochkultur und bedient nur noch Gefühlslagen.

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  2. Dass Herr Stöcker hochgejubelt wird, ist überhaupt nicht verwunderlich.

    Die ganze Impfgegner- und Leerdenker-Szene folgt mit kindlicher Naivität dem Credo „dagegen“ und der „Destabilisierung des Etablierten“ mit einer David-gegen-Goliath-Dynamik, die ihres Gleichen sucht. Da braucht es auch keine übergreifende logische Konsistenz.

    Ich selber weiß nicht, wann und durch was der Prozess dieser Erosion begonnen hat (Ende der Neunziger ist meine Vermutung). Leider ist das so weit fortgeschritten, dass sich heute niemand mehr dafür schämt, öffentlich jedweden Dummfug so weit wie möglich zu verbreiten.

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  3. Die Ausführungen im Artikel sind Unfug.
    Zwar sind die Erläuterungen korrekt und Hinweise auf Sicherheitsvorschriften relevant, aber nichts davon belegt eine Gefährlichkeit, Sicherheit noch Wirkungslosigkeit oder Wirksamkeit des Impfstoffes.
    Gerade das alles wäre ja noch zu überprüfen gewesen, darum wurden ja auch offizielle Stellen informiert – die aber nur mit einer Strafanzeige geantwortet haben…
    Im übrigen wurden auch bei den zugelassenen Impfstoffen alle Regeln verletzt. Nur eben mit offizieller Duldung.

    Nicht zu vergessen die Summen um die es hier geht, das Geschäft lässt man sich ungerne vermiesen, und Regierungspolitiker mit Nähe zur Pharmabranche wollen auch nicht als Deppen dastehen.
    Was den angeblich schlechten Ruf von Stöcker betrifft, so sehe man sich doch erstmal den schlechten Ruf einiger beteiligter Pharmahersteller an.
    Solche Scheinargumente fallen immer auf einen selbst zurück!

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    1. „Zwar sind die Erläuterungen korrekt und Hinweise auf Sicherheitsvorschriften relevant, aber nichts davon belegt eine Gefährlichkeit, Sicherheit noch Wirkungslosigkeit oder Wirksamkeit des Impfstoffes.“

      Was vollkommen irrelevant ist und unwissenschaftlicher Unfug obendrein. Es ist an Stöcker, Belege zu bringen.

      „Im übrigen wurden auch bei den zugelassenen Impfstoffen alle Regeln verletzt. Nur eben mit offizieller Duldung.“

      Das ist nicht nur offensichtlich unwahr, es ist sogar eine ehrenrührige Tatsachenbehauptung, die erweislich unwahr ist und damit juristisch extrem dünnes Eis. Die klinischen Studien wurden durchgeführt, sie wurden von Ethikkommissionen genehmigt, und sie wurden auf der Basis seriöser präklinischer Experimente durchgeführt.

      „Nicht zu vergessen die Summen um die es hier geht, das Geschäft lässt man sich ungerne vermiesen, und Regierungspolitiker mit Nähe zur Pharmabranche wollen auch nicht als Deppen dastehe“

      Nicht zu vergessen, dass auch dieses wiederum eine offensichtlich unwahre Behauptung ist, denn AstraZeneca verkauft zum Selbstkostenpreis.

      „Solche Scheinargumente fallen immer auf einen selbst zurück!“

      Sagt der, der keinerlei Argumente bringen kann sondern nur Lügen, Diffamierung und eine offensichtliche Ablehnung sowohl von GCP als auch der Helsinki-Erklärung und der Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens prinzipiell.

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  4. @verdareno Zu „Tiermodell umfangreiche toxikologische Studien“
    Die liegen nach Aussagen einiger Hersteller von mRNA Impfstoffen ebenfalls nicht vor. Deswegen ist es auch nur eine bedingte Zulassung.
    Interessant ist, dass Sie alle Voraussetzung penibel aufzählen, die Herr Stöcker nicht eingehalten hat aber Ihr ursprünglicher Artikel strotzt nur so von Auslassungen und fehlerhaften Ausführungen.
    Beispiel Langzeitfolgen: Erstens drehen Sie die Definition wie es Ihnen gerade passt und zweitens ist die Behauptung Langzeitschäden könnten durch ein einmaliges Ereignis nicht auftreten schlicht falsch. Dabei ist es unerheblich, ob die Schäden zwar gleich gesetzt werden aber erst nach längerer Zeit evident werden. Diese irreversiblen Schäden können beispielsweise durch energiereiche Strahlung gesetzt werden. Der Krebs entwickelt sich erst Jahre später. Von wissenschaftlich geprägten Personen erwarte ich alle Seiten einer Medaille zu betrachten und nicht nur einseitig darüber zu schreiben.
    Ich bin übrigens kein Impfgegner, ganz im Gegenteil (ich war an der Zulassung einiger Impfstoffe maßgeblich beteiligt), kann mir auch vorstellen, dass mRNA ein enormes Potential hat. Was mir fehlt ist die Abwägung von Nutzen und Risiko (Beispiel ist Problem der infektionsverstärkenden Antikörper) vor allem wenn man die Absicht einiger Pharmafirmen in Betracht zieht auch Kinder damit zu impfen. Pfizer spricht sehr offen, dass sie Israel als „Labor“ betrachten.

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  5. Zur ethischen Problematik, siehe…
    https://mobil.krone.at/2359955
    „Im Zuge einer Studie sind in Großbritannien die ersten Freiwilligen mit dem Erreger SARS-CoV-2, der Covid-19 auslöst, infiziert worden (…)
    Der deutsche Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) lehnt „Human Challenge Trials“ als unethisch ab.“

    Nicht zu vergessen, Stöcker begann mit der Entwicklung als die Politiker weltweit noch eine verheerende Todesseuche an die Wand gemalt haben, also unkonventionelle Wege gerechtfertigt schienen.
    Daran im Nachhinein eine Aussage über die Wirksamkeit der Impfung festzumachen ist komplett unglaubwürdig und falsch.

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  6. Als Laie der sich dafür interessiert ist es schon verwunderlich warum keine Firma auf Herrn Prof. Stöcker aufmerksam wurde? Am Anfang der Pandemie wurde geforscht wie verrückt und Stöckers Mail an Prof Drosten war doch vom März 2020. Das findet jetzt erst in die Medien? Komisch alles

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  7. Schon beschämend wie damit umgegangen wird. Eigentlich ist es aus meiner Sicht völlig egal ob dieser Herr Stöcker die normalen Wege eingehalten hat. Hier sollte im Vordergrund stehen ob dieser Impfstoff hilft oder nicht. Denn immerhin geht es um Leben und Tod. Warum wird das nicht geprüft? Warum steht hier die Anzeige gegen Herrn Stöcker im Vordergrund?

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    1. Weil es an Stöcker ist, die entsprechenden Prüfungen durchzuführen. Andere kleinere Unternehmer haben sich ja auch Partner ins Boot geholt.

      Und offensichtlich steht ja bei Stöcker gerade nicht im Vordergrund, ob der Impfstoff hilft oder nicht, denn nichts von dem, was er getan hat, war in irgendeiner Weise geeignet, dies zu zeigen.

      Wer aber einfach mal in wissenschaftlich wertloser Weise an Menschen herumexperimentiert, hat garantiert nicht im Sinn, Menschenleben zu retten. Beschämend ist eher, wenn Leute erklären, dass derartige Experimente vollkommen ok sind und medizinische und wissenschaftliche Standards nicht relevant.

      Offensichtlich legen auch Sie mehr Wert auf Hetze als auf Hilfe. Beschämend ist Ihr Versuch, hochgradig unethisches Verhalten, das die Gesundheit von Menschen gefährdet, adeln zu wollen.

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      1. 1.Biotech, AstraZeneca… Staatlich sanktionierte Eingriff in die körperliche Unversehrtheit!!!
        2. Staatlich sanktionierte Körperverletzung eines ganzen Volkes, mit Testphase/ Austestung in Altersheimen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen.
        3.Staatlich angeordnete Menschenversuche an einer Personengruppe die vorher auf Grund ihres Alters nur zu einem verschwindend geringen Anteil in die klinische Testphase einbezogen wurden→ also „Feldversuch“!

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  8. Hallo Frau Falb,

    das fand ich bei meinen Nachforschungen zu diesem Thema auch heraus, dass viele andere Impfstoffhersteller wie Novavax einen ganz ähnlichen Ansatz wie Stöcker bei der Herstellung des Antigens verfolgen. Und ich kam aber auch zu der Erkenntnis, dass das von z.B. Novavax genutzte rekombinante Herstellungsverfahren mit genetischem Transfers bei Infizierung eines Insektes durch ein Baculovirus weitaus sauberer stattfindet als bei den Vektorimpfstoffen, bei denen die DNA des Adenovirus und die DNA im Zellkern der menschlichen Zelle sich sehr nahe kommen bei dem Wunsch, mRNA zu bilden.

    Mann /Frau höre dazu Herrn Professor Drosten im NDR Podcasts Folge 78 bei Youtube ab 1 Stunde 22 Minuten. Da ging es genau um diese Problematik der Vektorimpftoffe. Mich hat dieser Stöcker jedenfalls dazu gebracht, tief in die Impfstoffherstellung einzusteigen.

    Leider wird Novavax Impfstoff noch nicht so schnell in Deutschland zur Verfügung stehen. Für mich ist das die sauberste Lösung bei der Anwendung der Gentechnik zur Bildung von mRNA.

    Es werden noch andere Hersteller mit rekombinant hergestelltem Impfstoff in den nächsten Monaten auf den Markt kommen, da bin ich mir ganz sicher.

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  9. Herr Stöcker ist kein Hersteller, der einen Impfstoff produziert und verkaufen will. Von daher ist dieser ganze Text hier völlig am Thema vorbei. Herr Stöcker ist ein Pharmaexperte und hat mit Hilfe befreundeter Firmen ein Antigen hergestellt, dass er der Öffentlichkeit präsentiert als möglichen Covid-Impfstoff. Er hat das getan, weil er der Meinung war, diese Pandemie wäre ganz schlimm und er könnte damit helfen. Die Expertise seiner weltweit agierenden ex-Firma Euroimmun und des Herrn Stöcker ist mit Sicherheit uns allen überlegen. Hier zu tun als wäre das ein Privattüftler, der stümperhaft im Keller ein lächerliches Produkt geschaffen hat ist einfach nur simple Hetze. Wer so an das Thema herangeht, kann eigentlich nur von den Pharmaherstellern für sein Geschreibsel bezahlt worden sein.

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    1. Und trotzdem ändert es nix an der Tatsache, dass er sich bewusst nicht Regeln gehalten hatte. Alle anderen Pharmafirmen dagegen schon. Als Pharmaexperte sollte er wissen, warum es all diese Regeln gibt- Stichwort: Contergan.

      Und auch wenn sein Vorhaben sehr ehrrührig war- sein Verhalten und Agieren war es nicht. Er hat Untergebene geimpft- waren es wirklich Freiwillige? Im Spiegel-Video schaute seine Mitarbeiterin ihn schon recht hilflos und zögernd an, als sie danach gefragt wurde.

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      1. Der Mann hat einen Impfstoff-Prototypen entwickelt, hat ihn vorgestellt und ist von da an raus aus der Geschichte. Er will und wird ihn nicht herstellen. Wozu also mit ad-hominem-Argumenten gegen den Mann argumentieren? Was interessiert es denn, ob er AfD-nah ist? Was wäre denn, wenn es Impfärzte des Pfizer-impfstoffs gäbe, die in der AfD sind? Sollte man sich dann nicht impfen lassen?

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  10. In dem Moment wo man einen Antigen-Impfstoff hat, gibt es dann nur irgend einen Grund, mit mRNA oder DNA-Impfstoffen zu impfen? Eigentlich nicht, oder sehe ich das falsch?

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    1. Ja, das sehen Sie falsch. Es ist auch schon hinreichend beschrieben und diskutiert worden.
      Diese Impfstoffklasse ist quasi das einfachste Prinzip wie sich ein Impfstoff herstellen lässt. Das ist lange bekannt und daran ist nichts Innovatives oder Erfinderisches.
      Leider ist diese Impfstoffklasse aber auch häufig nicht wirksam genug – das ist auch größeren Firmen passiert, die den gleichen Ansatz verfolgt haben, (siehe Sanofi- GSK).

      Es gibt verschiedene Wege, die zum Ziel führen können, aber die müssen eben auch korrekt begangen werden. Das scheint hier nich der Fall gewesen zu sein. Sich jetzt als Opfer darzustellen, wenn man offensichtlich nicht gewillt war, selbst grundlegende Prinzipien der Arzneimittelentwicklung einzuhalten, spricht Bände.

      Über die Wirksamkeit des „Stöcker-Antigens“ ist nach wie vor quasi nichts bekannt – über seine Sicherheit und Unbedenklichkeit schon gar nicht.
      Die bisher erzielten Ergebnisse sind wegen er stümperhaften Durchführung unbrauchbar und diskreditieren möglicherweise einen Ansatz, der erfolgreich hätte sein können.
      Das hat im übrigen nichts mit der Expertise seiner ex-Firma zu tun. Umso schlimmer ist es eigentlich, dass bei dieser (vielleicht ehemals) vorhandenen Expertise derartige „Stockfehler“ passiert sind.

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      1. Es wurde ein Antigen präsentiert zur Impfung gegen Sars-Cov2. Seine Wirksamkeit kann man prüfen, ob sich die Herstellung lohnt kann man auch prüfen. Wie dieser Mann heisst und ob er seine Oma geimpft hat und seine Frau schlägt ist mir völlig wurscht. Dieser Mann spielt bei einer ev. Impfstoffentwicklung überhaupt keine Rolle.

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  11. Sehr geehrte Frau Falb,
    ich bin über die Seite von Herrn Stöcker auf Ihren Beitrag gestoßen und finde ihn sehr intelligent und recht ausgewogen.
    Ich bin selbst Onkologe und habe tumorimmunologisch gearbeitet, kannte aber nicht in der Tiefe wie Sie die rekombinante Proteinherstellung. Dafür vielen Dank, weil ich die Dinge jetzt besser nachvollziehen kann.

    Ich bin aber weiterhin sehr hin- und hergerissen. Zum einen halte ich Deutschland für maßlos überreguliert und würde im Falle einer lebensbedrohlichen Pandemie wie COVID dtl. mehr Spielraum verlangen – zum anderen weiß ich, dass es gewissen Spielregeln geben muss, aber es muss Möglichkeiten für risikobereitere Menschen wie mich geben, sich schützen zu dürfen.

    Ich bin selbst experimenteller Wissenschaftler gewesen und habe z. B. im Jahr 2000, vor dem neuen AMG 2004 im Labor im Rahmen einer Studie (mit Ethikkommission, etc) dendritische Zellen im Labor der Uniklinik Köln hergestellt, mit Peptid beladen und metastasierten Krebspatienten geimpft. Wir hatten einen „S2-Reinraum“, waren aber weit von einem GMP-Labor entfernt. Fand ich aber auch nicht schlimm, weil alles auf Kontamination, etc geprüft wurde. Natürlich ist es toll, alles GMP zu haben, es kostet aber auch ein Vermögen und viel Zeit und verhindert viele gute Entwicklungen.

    Die Forschung, die wir damals gegen Krebs betrieben, ist mit dem AMG 2004 komplett gekillt worden und hat der Menschheit die „Wendigkeit“ gegen Krebserkrankungen genommen, weil kein Universitätsforscher sich eine klinische Studie leisten kann (wir haben damals alles mit Ethikvotum, Bezirksregierungsbeschluss nach bestem Wissen und Gewissen getan). Und Pharmafirmen hatten in der Regel kein Interesse an individuellen Vakzinetherapien, da zu aufwändig. Heutzutage gibt es ja CAR-T cells mit Therapiekosten von Euro 250.000/Behandlung von Novartis und Co.

    D. h., selbst im Labor etwas herzustellen und mit intensiver Aufklärung zu benutzen, ist uns abhandengekommen. Im Gegensatz dazu dürfen „Heilpraktiker“ wirre und nutzlose Eigenbluttherapien durchführen, was ich wirklich als bekämpfungswürdig erachte.

    Natürlich kann es nicht sein, dass ein Impfstoff, der nachher Millionen von Leuten verimpft wird, in irgendeinem Labor z. b. bei Herrn Stöcker an der Werkbank hergestellt wird, aber wir brauchen wieder etwas mehr Wissenschaftler wie Forßmann, die sich mal eben einen Herzkatheter im Sinne der Menschheit selbst schieben. Gerade ADHS’ler sind ja gerne bereit im Sinne der Menschheit mal ein Opfer zu bringen 🙂

    Kurzum: Sie haben die Probleme bei der „Methode Stöcker“ exzellent aufgezeigt und ich stimme Ihnen weitgehend zu. Allerdings muss es einen größeren Handlungsspielraum für aufgeklärte Menschen geben. Für meinen Teil hätte ich mir die Vakzine Stöcker vor einem Jahr verabreichen lassen (mit meiner Expertise), um ggf. einen COVID-Tod oder Long-COVID zu verhindern. Hätte ich sie meinen Kindern geimpft? Nein, da das Risiko den Nutzen in der Altersklasse meiner Kinder vermutlich überwiegen. Wäre COVID so tödlich bei Kindern wie Pocken (30% Mortalität) hätte ich die Stöckervakzine bei meinen Kindern verimpft.

    Wie auch immer – ich bin jetzt glücklicherweise Biontech-geimpft und hoffe, dass es bald die meisten Menschen in Deutschland sein werden!

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  12. Die großen Pharmafirmen wollen aber nicht, da sie an mRNA Impfstoffen mehr verdienen. Und jetzt? Fast drei Millionen sind durch diese bewußte Verzögerung schon gestorben, wollen wir weitere 3 Millionen sterben lassen, weil wir Stöcker nicht mögen? Der Professor, der ihn angezeigt hat, arbeitet übrigens auch für die WHO, auf die der Impfstoff-Spekulant Bill Gates großen Einfluß hat, da er Großspender ist. Während experimentelle Impfstoffe fast ohne Prüfung durchgewunken werden, wird ein konventioneller Impfstoff behindert. UND JETZT FANGT ENDLICH AN ZU PRÜFEN.

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  13. Auch wenn diese Diskussion abgeschlossen zu sein scheint, drängt es mich ein paar allgemeine Gedanken dazu loszuwerden:

    In den Kommentaren fanden sich Beiträge von einschlägig Bewanderten, gut bis weniger gut informierten Laien bis hin zu Verschwörungsgläubigen.

    Wir scheinen in einer Zeit zu leben, in der sich so große Ressentiments gegen eine vermeintliche (oft anonyme) Elite gebildet haben, dass sich um jede/n, die/der es schafft einen Personenkult zu kreieren, Anhänger scharen, die weitgehend kritiklos Einzelmeinungen nicht nur willig übernehmen sondern auch gleich noch verteidigen.

    Wie oben dargestellt gibt es gute Gründe, warum die arzneimittelrechtlichen Bestimmungen so streng sind.
    Hätte ich mir also das Stöcker Vakzin zu irgendeinem Zeitpunkt impfen lassen? Sicher nicht ehe ich alle Möglichkeiten ausgeschöpft gehabt hätte an einer regulären klinischen Studie für eines der anderen Vakzine teilzunehmen – aus ebenfalls bereits oben erwähnten Gründen.

    Was leider in solchen Foren selten(st) zur Sprache kommt: eine pharmazeutische Firma ist keine anonyme Maschinerie. Dort arbeiten auch Menschen, die sich Sorgen machen, die ihr Fachwissen zum Wohl der Patienten einsetzen wollen, die am Bildschirm bis zum Kopfweh Rohdaten analysieren, mit Kollegen/innen über Interpretationen debattieren, Überstunden machen um keine Zeit zu verlieren, Berichte schreiben bis die Finger weh tun, Hinweisen auch unter noch so widrigen Umständen auf den Grund gehen, und die immer auch eine eigene Meinung haben, die sie vertreten und verteidigen – meist sogar eine Expertenmeinung.

    In diese Leute setze ich mein Vertrauen.

    Und in das Regelwerk, das – nicht nur in Deutschland – den Rahmen für Arzneimittelentwicklung steckt.

    Ich habe auch eine Meinung zur Astrophysik. Ich mache mir aber nichts daraus, wenn niemand bei der ESA mit mir darüber diskutieren will…

    Und was die gute alte „klinische Forschung“ angeht, die heutzutage eher zur „klinischen Entwicklung“ geraten ist, auch da bin ich froh, das dem akademischen Personenkult ein Riegel vorgeschoben wurde (vgl. Fall Herrmann). Aber ich stimme zu, dass man einzelne Bestimmungen nochmal hinterfragen könnte – für austherapierte Patienten mit schwersten Erkrankungen.

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  14. Also jetzt Muss nate danach, immer nich Fragrn offen wie: –

    – wurde eine Studie daraus hergeleitet?

    – Prof Stöcker hat doch das Imofrezept auf seinwr Webaeite offengelegt (persönlich nichts gefunden) . Hat irgend jemand, bzw. Firma od. Organisation/Amt eine Studie daraus entwickelt!?

    – Wieso nicht?!

    Lg

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